26 Oktober 2005

¿Hablo español?

Nach den ersten zwei Vorlesungstagen hier an der ETH sind die Unterschiede zur guten alten TUM schon merklich. Die erste Vorlesung gestern war "Vortrags- und Diskussionstechnik" bei Prof. Steiger. Ich würde so manchem Professor bei uns wirklich nahe legen, mal ein Seminar bei dem Mann zu besuchen. Da werde ich versuchen, keinen Termin zu verpassen (und das sagt so ein Vorlesungsgänger wie ich!)
Zwei Zitate daraus möchte ich Euch nicht vorenthalten: "Haben Sie mit denen (Dozenten) da vorne kein Erbarmen - denen geht es immer schlecht, aber noch auf extrem hohen Niveau."
"Der Begriff Vorlesung stammt noch aus der Zeit vor Gutenberg - als die Professoren nur lesen und die Studenten nur zuhören konnten. Heute können wir sogar miteinander reden. Manche Dozenten haben das immer noch nicht begriffen."
Endlich mal ein Professor, der seine Berufsgruppe nicht so ernst nimmt. :) Nebenbei ist der guten Mann übrigens noch Chef der Militärakademie und hat den Rang eines Generals inne...
Heute morgen war ich dann noch in "Ökonomie", was eine besondere Erfahrung war - erstens ich und Ökonomie und zweitens das Gefühl, ein Neuntsemester unter lauter Erstsemester zu sein. Wenn man sich nicht wirklich alt vorkommen möchte, sollte man seine Semesterzahl nicht zugeben... Die Professorin ist dafür wirklich fit und schafft es mit einem sogenannten "Dozententeam" von fünf Assistenten sogar Gruppenübungen (mit fünf Leuten pro Gruppe) in eine 300-Hörer-Vorlesung zu integrieren. Das klingt jetzt wahnsinnig, funktionert aber erstaunlich gut. Die Vorlesung selbst wird noch dazu von zwei Beobachtern des Didaktik-Zentrums verfolgt, weil sie an der Qualität ihrer Vorlesung arbeiten möchte. Deshalb kommen auch Video-Aufnahmen zum Einsatz, damit ihre Didaktik analysiert und verbessert werden kann. Noch Fragen?!?
Und gerade eben komme ich aus Spanisch III, dass mit dem dritten Kurs an der TUM wohl wenig gemein haben dürfte. Ich habe mich gefragt, ob ich eigentlich jemals Spanisch gelernt habe und werde mich wohl selbst einen Kurs zurückstufen, wenn ich nicht sämtliche Nächte bis nächste Woche durcharbeiten will. Ich sag nur "Als Hausaufgabe für nächste Woche lesen Sie bitte Kapitel 1 und 2 folgender Lektüre (Anm: Das ist kein so ein windiges Heftchen, sondern ein echtes Buch) und fassen das ganze im Pretérito Perfecto bzw. Indefinido zusammen." Uaah! Ich hab mich schon mich Ach und Krach über die erste Stunde gerettet, die zweite überleb ich nicht.

24 Oktober 2005

Grüezi, Bonjour & Guten Tag!

Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich das Wochenende in der "région trinationale" bei Stephan in Basel verbracht. Nachdem ich Freitag Abend aus Zürich angereist bin, sind wir erst einmal in Basel Essen gegangen und anschließendem durchs Baseler Nachtleben gebummelt.

Am Samstag haben wir Colmar im Elsaß besichtigt, das mit seinen kleinen Fachwerkhäusern, liebevoll dekorierten Fenstern und Balkonen und vor allem dem Stadteil Petite Venise wirklich die Beschreibung "postkartenkitschigschön" verdient hat. Die Elsässer dort sind wirklich auch recht nette Leute - so lange man sie zuerst auf Französisch anspricht. Also haben meine bescheidenen Kenntnisse auch einmal wieder Anwendung gefunden, was mich dummerweise nur wieder zum Geldausgeben animierte: Avez-vous ces chaussures avec la dimension trente-neuf? .... Oui, je les prends.
Auf dem Rückweg von Colmar haben wir in Lörrach vorbeigeschaut, damit ich auch die deutsche Seite mal kennenlerne.
Sonntag morgen sind wir dann nochmal durch Basel bei Tag gebummelt, das mit seinen kleinen Gässchen und dem wunderschönen, roten Rathaus Colmar an Charme in nichts nachsteht. Dank meinem Stadtführer habe ich diverse schön Ecken dieser Stadt gesehen und werde mich dafür in Zürich revanchieren, wenn ich die Stadt auch mal besser kennengelernt habe.

21 Oktober 2005

Kann den Schoggi Sünde sein?

... als ich heute morgen am Paradeplatz vorbeikam, kam ich leider nicht daran vorbei, in die Confiserie Sprüngli zu schauen und ein paar dieser köstlichen, kleinen Luxemburgerlis mitzunehmen.

... mhmm ...

Man schmeckt förmlich wie einem das Zeug direkt auf die Hüften geht, aber die muß man unbedingt mal probiert haben.

18 Oktober 2005

Nach einer würdigen Verabschiedung im Easy, Tattoo und Fellini - danke noch mal an alle die dabei waren, vor allem der harte Kern um Drea, Franzi und Nico, die es sogar noch länger als ich (halb 6) ausgehalten haben - bin ich nun gut in Zürich angekommen. Vor allem dank Mama, weil sie am Samstag morgen das Fahren übernommen hat. :)

Mit ihr hab ich das Wochenende erst mal Zürich erkundet, das mit seinen 360 000 Einwohnern erstaunlich klein ist, so dass man sich sehr schnell vertraut vorkommt und auch ein wenig auskennt. Nachdem meine Mami heute morgen wieder abgereist ist, hab ich mich auf die Schweizer Ämter begeben, was mich ein wenig an den Passierschein A38 erinnert hat.

Zunächst aufs Migrationsamt - leider völlig umsonst, denn die dafür nötigen Formulare brauch ich noch von Vermieter, Bank und ETH - dann zur Einschreibung in die ETH (die für die Immatrikulation übrigens 20 Minuten braucht inklusive Anstellen etc., liebe TU) und dann aufs Quartierwesen, nur um festzustellen, dass die vor 10 Minuten geschlossen haben und erst morgen wieder öffnen! Nach der Mittagspause gings noch aufs Kreisbüro zur Anmeldung und gerade war ich in der Uni bei meinem Semesterarbeits-Betreuer.

Fotos gibts übrigens erst, wenn ich es geschafft habe, mir eine Digitalkamera zuzulegen. Da müsst Ihr Euch leider noch ein wenig gedulden. Ansonsten üb ich fleißig weiter am "ch" - wenn auch ohne nennenswerte Fortschritte, aber ein halbwegs vernünftiges "Grüezi" bring ich schon raus.

stay tuned.

08 Oktober 2005

Wiesn - Part 2

Für den Fall, dass Ihr mich nicht besucht habt, wisst Ihr ja jetzt, was Euch entgangen ist. ;) Naja, nächstes Jahr ist schließlich wieder Wiesn... Danke an Christian für die Fotos.

05 Oktober 2005

Mei san de liab...



Das sind schon mal die ersten Bilder, die ich von meiner Schwester bekommen hab. Sollte irgendjemand noch mehr Bilder haben (ja, Drea, ich mein vor allem Dich *g*) kann er sie mir gerne zukommen lassen, dann landen sie auch hier.
Würde mich freuen...
PS: Nur noch 8 Tage bis Zürich und am Montag bin ich wieder in München...

I'm a survivor...

Nach siebzehntägiger Ignoranz des Weltgeschehens - keine Mails, fast kein Telefon, keine Zeitung, kein Internet - kehre ich nach der Wiesn wieder in die Wirklichkeit zurück! Vielen Dank an alle, die uns besucht haben! Ich hab mich riesig gefreut, wenn ein bekanntes Gesicht da war!

Was gibts sonst noch von der Wies'n zu berichten...

  • Liebeserklärungen von Italienern: ungezählt.
  • Kotzende Leute auf unserer Station: 3. Der frühstest um halb 11 morgens nach dem Versuch, eine Maß zu exen. Hat er zwar geschafft, aber nur ca. 30 Sekunden behalten. Immerhin hat er sein Hemd ausgezogen und das meiste vom Tisch selber wieder abgewischt...
  • Verteilte Watschen der Kategorie "Etwas harmloser als die unten genannten" - gabs für an den Hintern langen: ca. 15
  • Verteilte Watschen mit Potential für tagelang geschwollene Backen (für nach dem Geldbeutel langen): 3
  • Fußtritte: einige.

Positives?

  • Ganz viel netten Besuch von Mamis, Geschwistern und Freunden
  • extrem nette Kolleginnen und Kollegen
  • Spaß beim Weggehen hinterher
  • kein schlechtes Gewissen, wenn man eine Tiefkühlpizza zum Frühstück ißt / sich Schokoerdbeeren gönnt etc.
  • trotzdem drei Kilo abgenommen
  • kostenloses Fitneßstudio für 17 Tage (wobei die Muckis an den Armen ruhig wieder weggehen dürfen)

Fazit der ganzen Sache: Auf der Wiesn zu arbeiten ist zwar anstrengend, kann aber durchaus Spaß machen und der Rubel trägt natürlich auch etwas zu den Glückshormonen bei. Nächstes Jahr sind wir auf alle Fälle wieder dabei und ich freu mich sogar schon drauf.